Die Türkei hat 208 Universitäten und mehr als 6 Millionen Studierende, und staatliche Universitäten verlangen von internationalen Studierenden – auch aus der EU – laut Study in Europe 250–700 € pro Jahr im Bachelor. Private (Stiftungs-)Universitäten kosten 4.000–20.000 € pro Jahr, zum Leben brauchst du rund 400–800 € im Monat. Hier erfährst du, wie du dich direkt bei einer Universität bewirbst und wann du eine Arbeitserlaubnis bekommst.

Laut dem Hochschulrat (YÖK) hat die Türkei 208 Universitäten mit mehr als 6 Millionen Studierenden.
Du hast die Wahl zwischen:
Universitäten und Studiengänge findest du in der Suchmaschine des staatlichen Portals Study in Türkiye, Details zu den Studiengängen im YÖK Atlas.
Die Türkei folgt dem Bologna-System. Die Studienstufen sind:
Denk an das Vorbereitungsjahr (hazırlık). Reicht dein Niveau in der Unterrichtssprache nicht, lernst du zuerst Türkisch oder Englisch. Dein Studium kann also ein Jahr länger dauern.
Ein einheitliches Zulassungssystem für internationale Studierende gibt es nicht – du bewirbst dich direkt bei der Universität deiner Wahl, meist über ihr Online-Formular. Study in Europe beschreibt das in fünf Schritten:
Jede Universität entscheidet selbst, welche Zeugnisse und Prüfungen sie akzeptiert, und legt eigene Fristen fest. Beispiel: Die METU (ODTÜ) in Ankara akzeptiert viele nationale Schulabschlusszeugnisse, jedes mit eigener Mindestnote – schau dir die Liste für dein Land an. Die Bewerbungsgebühr beträgt dort USD 55. Bewirb dich früh: Nach der Zulassung brauchst du noch ein Studienvisum, und das kann dauern (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Ein anderer Weg ist Türkiye Bursları. Bewerbungen werden jedes Jahr vom 10. Januar bis 20. Februar angenommen, und das Stipendium umfasst auch die Vermittlung an eine Universität und in einen Studiengang (siehe: Stipendien).
Die wichtigste Prüfung für internationale Bewerberinnen und Bewerber ist der TR-YÖS (die Prüfung für ausländische Studienbewerber). Das staatliche Prüfungszentrum ÖSYM organisiert ihn zweimal im Jahr, in der Türkei und im Ausland. Du kannst ihn auf Türkisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Arabisch oder Russisch ablegen.
Laut Study in Türkiye verlangen staatliche und Stiftungsuniversitäten ein TR-YÖS-Ergebnis. In der Praxis entscheidet jede Universität selbst, was sie akzeptiert. Die METU zum Beispiel akzeptiert den TR-YÖS (ein Ergebnis unter den besten 5 %), den SAT (mindestens 1200 Punkte) oder ein Schulabschlusszeugnis. Prüfungsergebnisse gelten dort zwei Jahre.
An den meisten Universitäten ist die Unterrichtssprache Türkisch, viele Studiengänge laufen aber auch auf Englisch. Selbst wenn du auf Englisch studierst, hilft dir Grundwissen in Türkisch im Alltag.
Türkisch: Viele Universitäten bieten nach der Zulassung einen Vorbereitungskurs an – 4–6 Stunden Sprachunterricht am Tag. Stipendiatinnen und Stipendiaten von Türkiye Bursları bekommen ein Jahr kostenlosen Sprachunterricht und sollten ein Zertifikat auf Niveau C1 erreichen. Kurse bieten auch die TÖMER-Zentren der Universität Ankara in Alanya, Ankara, Antalya, Bursa, Istanbul und İzmir an. Deine Türkischkenntnisse kannst du auch mit der zentralen Prüfung TYS nachweisen, die dreimal im Jahr stattfindet.
Englisch: Die Universitäten verlangen meist ein Zertifikat, z. B. TOEFL oder IELTS, oder einen eigenen Test. Erreichst du die geforderte Punktzahl nicht, kommst du in ein Vorbereitungsjahr Englisch. An der METU kostet es genauso viel wie dein gewählter Studiengang.
Die Türkei gehört nicht zur EU, deshalb gelten für alle internationalen Studierenden dieselben Regeln – auch für Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR.
Einreise: Die meisten brauchen einen Reisepass. Staatsangehörige einiger europäischer Länder können mit dem Personalausweis einreisen – die Liste veröffentlicht das türkische Außenministerium. Viele Nationalitäten, darunter die meisten EU-Bürgerinnen und -Bürger, dürfen ohne Visum bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen einreisen, aber nur für Tourismus oder Geschäftsreisen; auch das E-Visum gilt nur für Tourismus und Geschäftsreisen.
Studienvisum: Laut Study in Türkiye brauchen Studierende ein Studienvisum von einer türkischen Botschaft oder einem Konsulat; den Antrag kannst du online auf konsolosluk.gov.tr beginnen. Stell ihn, sobald du deinen Zulassungsbescheid hast.
Hinweis: Study in Türkiye schreibt, dass ein Studienvisum Pflicht ist, manche Universitäten (z. B. METU, ITU) sagen aber, dass du die Aufenthaltserlaubnis auch nach einer visumfreien Einreise beantragen kannst – klär das vor der Reise mit der türkischen Botschaft und dem International Office deiner Universität.
Aufenthaltserlaubnis für Studierende (öğrenci ikamet izni): Du beantragst sie online im System e-ikamet der Migrationsbehörde, bevor dein Visum oder dein visumfreier Zeitraum abläuft. Du brauchst unter anderem:
Statt einer privaten Versicherung kannst du dich innerhalb von 3 Monaten nach der Einschreibung in der allgemeinen türkischen Krankenversicherung (GSS) versichern. Für die Erlaubnis selbst zahlen Studierende keine Gebühr, nur für die Karte – an der METU sind das 2026 964 TL. Viele Universitäten helfen dir über ihr International Office beim Antrag.
Die Studiengebühren für internationale Studierende legt jede Universität selbst fest, und sie gelten auch für EU-Bürgerinnen und -Bürger. Laut Study in Europe kostet ein Jahr an staatlichen Universitäten:
An privaten (Stiftungs-)Universitäten zahlst du 4.000–20.000 € pro Jahr.
Beispiel: METU in Ankara, internationale Studierende mit Studienbeginn ab 2023/24, Studienjahr 2026/27, pro Semester:
Die Dollarbeträge werden zum Kurs der Zentralbank aus der Woche vor dem Zahlungstermin in türkische Lira umgerechnet. Für Semester über die Regelstudienzeit hinaus zahlst du das 1,5-Fache.
Laut Study in Europe gibt eine Studentin oder ein Student in der Türkei rund 400–800 € im Monat aus:
Am teuersten ist Istanbul.
Wo du wohnen kannst:
Fast alle staatlichen und universitären Wohnheime sind nach Frauen und Männern getrennt. Die Währung ist die türkische Lira (TRY).
Um in der Türkei zu arbeiten, brauchst du eine Arbeitserlaubnis – das gilt für alle Ausländerinnen und Ausländer, auch für EU-Bürgerinnen und -Bürger. Ausgestellt wird sie von der Generaldirektion für internationale Arbeitskräfte.
Bachelorstudierende können sie nach dem ersten Studienjahr bekommen und dann bis zu 24 Stunden pro Woche arbeiten. Master- und Doktoratsstudierende können als Forschende in Forschungsprojekten arbeiten, die mit ihrem Studium zu tun haben. Für ein Pflicht- oder freiwilliges Praktikum im Rahmen deines Studiums brauchst du keine Erlaubnis.
Ohne Türkisch ist ein Nebenjob schwer zu finden – fang also beim Career Center deiner Universität und mit Jobangeboten auf dem Campus an.
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.