Ein Vollzeitstudium auf Slowakisch an öffentlichen Universitäten ist für alle kostenlos, auf Englisch zahlst du laut SAIA 500–12.200 € im Jahr. Die Slowakei hat 20 öffentliche, 3 staatliche und 11 private Hochschulen mit mehr als 5.000 Studiengängen, das Mindestbudget liegt bei rund 350 € im Monat. Hier erfährst du, wann du dich bewirbst, wie dein Zeugnis anerkannt wird und wie viele Stunden du nebenbei arbeiten darfst.

Laut SAIA, der Agentur hinter dem offiziellen Portal Study in Slovakia, gibt es in der Slowakei drei Gruppen von Hochschulen:
Alle Studiengänge (mehr als 5.000) findest du auf dem Portal des Bildungsministeriums portalvs.sk.
Das slowakische Hochschulstudium hat drei Stufen:
Manche Studiengänge, etwa Medizin, sind einstufig. Das Studienjahr ist in ein Winter- und ein Sommersemester geteilt.
Slowakei – Bachelorstudiengänge
Slowakei – einstufige Studiengänge
Slowakei – Masterstudiengänge
Slowakei – Promotionsstudiengänge
Du bewirbst dich direkt an der Universität oder Fakultät deiner Wahl – jede legt ihre eigenen Voraussetzungen und Fristen fest. Online bewerben kannst du dich auch über portalvs.sk.
Ein ausländisches Schulabschlusszeugnis muss in der Slowakei anerkannt werden. Die Anerkennung beantragst du beim Bildungsministerium (minedu.sk), online oder per Post. Frag außerdem an der Fakultät, welche Unterlagen sie von Bewerberinnen und Bewerbern mit ausländischem Zeugnis braucht.
Kommst du von außerhalb der EU, bewirb dich früh: Die Zulassung brauchst du für den Antrag auf befristeten Aufenthalt (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Über die Zulassung entscheidet die Fakultät. Für viele Studiengänge legst du eine Aufnahmeprüfung ab, an Kunsthochschulen eine Eignungsprüfung.
Manche Fakultäten in der Slowakei und in Tschechien ersetzen oder ergänzen ihre eigenen Prüfungen durch die Nationalen Vergleichsprüfungen (NSZ) der Firma Scio. Diese finden siebenmal im Jahr statt, auch online. Ob eine Fakultät sie akzeptiert, steht in ihren Zulassungsbedingungen.
Unterrichtet wird meist auf Slowakisch. Die Universitäten bieten aber auch Studiengänge in anderen Sprachen an – am häufigsten auf Englisch, manchmal auf Ungarisch, Französisch, Deutsch oder Russisch. Eine Liste der fremdsprachigen Studiengänge veröffentlicht SAIA in der Broschüre „Study in Slovakia: Study Programmes Offered in Foreign Languages“.
Sprichst du eine andere slawische Sprache, fällt dir Slowakisch leichter – die Fakultät kann aber einen Nachweis deiner Slowakischkenntnisse verlangen, prüf das vor der Bewerbung. Für Studiengänge auf Englisch brauchst du meist IELTS oder TOEFL, die nötige Punktzahl legt die Universität fest.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen kein Visum und studieren zu denselben Bedingungen wie Slowakinnen und Slowaken. Gegenüber der Fremdenpolizei (cudzinecká polícia) hast du aber zwei Pflichten:
Studierende von außerhalb der EU/des EWR brauchen einen befristeten Aufenthalt zu Studienzwecken. Am besten stellst du den Antrag bei der slowakischen Botschaft in dem Land, dessen Staatsangehörigkeit du hast oder in dem du wohnst; bist du schon legal in der Slowakei, kannst du ihn bei der Fremdenpolizei stellen. Die Polizei entscheidet innerhalb von 30 Tagen nach Eingang des vollständigen Antrags. Der Aufenthalt wird für die voraussichtliche Studiendauer erteilt, höchstens für sechs Jahre. Du brauchst unter anderem deinen Reisepass, die Zulassungsbestätigung, Auszüge aus dem Strafregister (aus deinem Heimatland und aus jedem Land, in dem du in den letzten drei Jahren mindestens 90 Tage gelebt hast) und einen Finanzierungsnachweis – zum Beispiel Kontoauszüge der letzten drei Monate, eine Stipendienbestätigung oder eine eidesstattliche Erklärung einer Person, die deinen Unterhalt übernimmt. Einen festen Betrag nennen die offiziellen Seiten nicht – frag also bei der Botschaft nach. Finanzielle Unterlagen dürfen nicht älter als 90 Tage sein. Innerhalb von 3 Werktagen nach Abholung deiner Aufenthaltskarte musst du eine Krankenversicherung abschließen und innerhalb von 30 Tagen ein ärztliches Attest einreichen.
Krankenversicherung: Bist du in einem anderen EU-Land versichert, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit.
Vollzeitstudiengänge auf Slowakisch an öffentlichen Universitäten sind kostenlos – unabhängig von deiner Staatsangehörigkeit –, solange du die Regelstudienzeit nicht überschreitest.
Zahlen musst du, wenn du:
Die Bewerbungsgebühr zahlst du extra, die Höhe legt die Universität oder Fakultät fest.
Die Slowakei gehört zu den günstigeren Studienländern. Laut dem Portal Study in Europe liegt das Mindestbudget bei rund 350 € im Monat, ein komfortables bei 500–700 €. Zusammen mit den Studiengebühren für einen englischsprachigen Studiengang kann dein Jahresbudget 7.000–15.000 € erreichen.
Zur Wahl stehen Studierendenwohnheime (študentské domovy) und private Unterkünfte. Frag gleich nach der Zulassung an deiner Universität nach einem Wohnheimzimmer – meist ist das die günstigste Lösung. Auch in der Mensa (jedáleň) isst du günstig. Denk daran: In englischsprachigen Studiengängen kommen die Studiengebühren zu den Lebenshaltungskosten dazu.
Die wichtigsten Möglichkeiten für internationale Studierende:
Alle Angebote an einem Ort findest du in der Datenbank scholarships.sk.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in der Slowakei zu denselben Bedingungen arbeiten wie Slowakinnen und Slowaken – du brauchst keine Arbeitserlaubnis und keine andere Genehmigung.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR mit befristetem Aufenthalt zu Studienzwecken dürfen ohne Arbeitserlaubnis bis zu 80 Stunden im Monat arbeiten. Willst du mehr arbeiten, musst du den Zweck deines Aufenthalts auf Beschäftigung ändern. Hinweis: Die Grenze von 80 Stunden im Monat stammt vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, das EU-Einwanderungsportal nennt noch 20 Stunden pro Woche – prüf die aktuelle Grenze vor Arbeitsbeginn bei der Fremdenpolizei oder deiner Universität.
Fang beim Career Service deiner Universität und bei den Jobaushängen für Studierende an deiner Fakultät an. Für Nebenjobs hilft Slowakisch.
Slowakei – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.