Aus der EU/dem EWR und der Schweiz zahlst du weder Studien- noch Bewerbungsgebühren; von außerhalb der EU sind es SEK 80.000–295.000 pro Jahr plus SEK 900 Bewerbungsgebühr. Study in Sweden nennt 39 Universitäten mit mehr als 1.000 Studiengängen auf Englisch, beworben wird zentral und online. Hier erfährst du, wie die Bewerbungsrunden laufen, was ein Monat kostet (von außerhalb der EU mindestens SEK 10.656) und wie du ein Zimmer findest.

Im schwedischen System gibt es zwei Haupttypen von Hochschulen. Laut dem europäischen Netzwerk Eurydice (Daten von 2024) sind das:
Die meisten Hochschulen sind öffentlich. Das Portal Study in Sweden nennt 39 Universitäten, die zusammen mehr als 1.000 Bachelor- und Masterstudiengänge auf Englisch anbieten.
Studienleistungen werden in högskolepoäng (hp) gemessen – ein Jahr Vollzeitstudium entspricht 60 hp oder etwa 40 Wochen. Die Abschlüsse sind:
Außerdem gibt es Berufsabschlüsse (yrkesexamen), die zu einem bestimmten Beruf führen – für manche Berufe in Schweden brauchst du genau so einen Abschluss.
Die meisten Studiengänge beginnen im Herbst (August/September), manche auch im Frühjahr.
Schweden – Bachelorstudiengänge
Schweden – einstufige Studiengänge
Schweden – Masterstudiengänge
Schweden – Promotionsstudiengänge
Die Zulassung läuft zentral und komplett online. Für Studiengänge auf Englisch bewirbst du dich über universityadmissions.se, für Studiengänge auf Schwedisch über antagning.se.
Fristen für das Herbstsemester 2027 (Beispiel: Karolinska Institutet):
Für einen Bachelor brauchst du einen abgeschlossenen Sekundarschulabschluss, Englisch auf dem Niveau des schwedischen Kurses English 6 und Mathematik auf dem Niveau des Kurses Matematik 1. Viele Studiengänge haben zusätzliche Fachanforderungen.
Du lädst dein Schulabschlusszeugnis und deine Notenübersichten in der Originalsprache hoch, zusammen mit einer amtlichen Übersetzung ins Schwedische oder Englische – universityadmissions.se nennt für jedes Land, was nötig ist. EU/EWR-Bürgerinnen und -Bürger sowie Schweizerinnen und Schweizer laden außerdem einen Nachweis ihrer Staatsangehörigkeit hoch – so zahlst du keine Bewerbungsgebühr.
In Schweden gibt es meist keine Aufnahmeprüfungen. Erfüllst du die Voraussetzungen, konkurrierst du mit den anderen Bewerberinnen und Bewerbern um einen Platz – meist auf Grundlage deiner Schulnoten.
Ausnahmen sind künstlerische und manche spezialisierte Studiengänge: Dort können die Hochschulen eine Mappe, Arbeitsproben oder ein Gespräch verlangen. Schwedische Bewerberinnen und Bewerber können auch das Ergebnis des schwedischen Hochschuleignungstests (högskoleprovet) nutzen, der aber auf Schwedisch stattfindet. Details stehen in der Studiengangsbeschreibung.
Für Studiengänge auf Englisch brauchst du das Niveau des schwedischen Kurses English 6. Nachweisen kannst du es zum Beispiel mit:
Manche Masterstudiengänge verlangen English 5, andere das höhere English 7.
Für Studiengänge auf Schwedisch gehören Schwedischkenntnisse zu den allgemeinen Zugangsvoraussetzungen – was genau anerkannt wird, siehst du auf antagning.se. Schwedisch hilft dir auch im Alltag und bei der Jobsuche, selbst wenn du auf Englisch studierst.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz haben als Studierende ein Aufenthaltsrecht (uppehållsrätt) in Schweden – du brauchst weder Visum noch Aufenthaltstitel.
Dauert dein Studium mindestens ein Jahr, meldest du dich beim schwedischen Finanzamt Skatteverket im Einwohnerregister an. Nach der Anmeldung bekommst du eine schwedische Personenkennnummer, die personnummer – du brauchst sie bei der Bank, beim Arzt und für die Arbeit. Für die Anmeldung brauchst du:
Außerdem musst du persönlich in ein staatliches Servicebüro (servicekontor) gehen, um deine Identität bestätigen zu lassen – buch den Termin vorher. Studierst du weniger als 12 Monate (z. B. zwei Semester, 60 hp), fragt Skatteverket, was du nach dem Studium vorhast.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR und der Schweiz brauchen einen Aufenthaltstitel für ein Hochschulstudium von der schwedischen Migrationsbehörde (Migrationsverket). Du beantragst ihn online (oder auf Papier bei einer schwedischen Botschaft oder einem Konsulat), sobald du zu einem Vollzeitstudium zugelassen bist und die erste Studiengebühr bezahlt hast – erst dann giltst du als endgültig zugelassen. Die Gebühr beträgt für Erwachsene SEK 1.500. Du musst nachweisen, dass du deinen Lebensunterhalt für die ganze Dauer des Aufenthaltstitels finanzieren kannst: mindestens SEK 10.656 im Monat, wenn du 2026 den Antrag stellst. Dauert dein Studium weniger als ein Jahr, brauchst du außerdem eine umfassende Krankenversicherung, die Notfall- und sonstige ärztliche Behandlung, Krankenhausaufenthalte und zahnärztliche Notfallbehandlung abdeckt. Gilt dein Aufenthaltstitel ein Jahr oder länger, meldest du dich wie oben beschrieben bei Skatteverket an.
Krankenversicherung: Kommst du aus der EU/dem EWR oder der Schweiz, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit.
EU/EWR-Bürgerinnen und -Bürger sowie Schweizerinnen und Schweizer zahlen in Schweden weder Studiengebühren noch eine Bewerbungsgebühr – du musst nur deine Staatsangehörigkeit nachweisen. Das gilt für Bachelor- und Masterstudiengänge, auch für die auf Englisch.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR und der Schweiz zahlen:
Die Promotion ist in Schweden meist eine bezahlte Stelle – Doktorandinnen und Doktoranden sind an der Universität angestellt und bekommen ein Gehalt, und die Auswahl läuft anders als bei normalen Studiengängen.
Schweden ist teuer, aber gut planbar. Ein guter Richtwert ist der Betrag, den die Migrationsbehörde von Studierenden von außerhalb der EU/des EWR verlangt: mindestens SEK 10.656 im Monat (2026). Study in Sweden schlüsselt die vorherige Grenze von SEK 10.584 so auf:
Die Miete liegt meist bei SEK 3.000–7.000 im Monat, je nach Stadt und Lage.
Fang die Wohnungssuche bei deiner Hochschule an – manche garantieren internationalen Studierenden eine Unterkunft, und die meisten helfen dir, ein Zimmer im Studierendenwohnheim (korridorsrum) oder bei einer örtlichen Wohnungsgesellschaft für Studierende zu finden. Für einen Vertrag direkt mit so einer Gesellschaft musst du dich meist in eine Warteschlange (bostadskö) eintragen. Vorsicht vor Betrug: Wenn du Geld zahlen sollst, bevor du die Wohnung gesehen hast, ist das ein Warnsignal.
Die meisten schwedischen Stipendien sind für Studierende von außerhalb der EU/des EWR, die Studiengebühren zahlen – die Hochschulen vergeben sie vor allem, um einen Teil der Gebühr zu decken. Stipendien des Schwedischen Instituts (SI) gibt es nur für Staatsangehörige der Länder, die auf der Website des Instituts aufgeführt sind.
Weitere Möglichkeiten:
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz dürfen in Schweden ohne Erlaubnis arbeiten, auch während des Studiums. Mit einer personnummer kannst du Vertrag, Bankkonto und Steuern leichter regeln.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR im Bachelor oder Master, deren Aufenthaltstitel am oder nach dem 11. Juni 2026 erteilt wurde, dürfen bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Mehr ist erlaubt, wenn die Arbeit Teil deines Studiengangs ist (z. B. ein Praktikum), wenn es um studentische Vertretung, Verwaltung oder Forschung an deiner Hochschule geht oder wenn du im Juni, Juli oder August arbeitest. Hinweis: Die Regel ist neu, und Migrationsverket nennt weitere Ausnahmen – prüf die aktuellen Regeln bei Migrationsverket oder deiner Hochschule, bevor du einen Job annimmst.
Einen Nebenjob findest du leichter, wenn du zumindest etwas Schwedisch sprichst. Fang beim Career Service deiner Hochschule an; Stellen findest du auch bei der schwedischen Arbeitsagentur Arbetsförmedlingen.
Schweden – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.