Mehr als 170 Studiengänge auf Englisch auf allen Stufen, und die Gebühren für ausländische Studierende – auch aus der EU – liegen laut Study in Serbia im Schnitt bei rund 2.500 € im Jahr. Die Universität Belgrad hat 31 Fakultäten und rund 90.000 Studierende, ein Mensaessen kostet 1–2,60 €. Hier erfährst du, wie du dich an einer Fakultät bewirbst, was ein Monat in Belgrad oder Novi Sad kostet und welche Genehmigungen du zum Arbeiten brauchst.

In Serbien bieten vor allem Universitäten wissenschaftliche Studiengänge an, praxisorientierte (berufliche) Studiengänge dagegen Akademien und Hochschulen für angewandte Studien. Jede Hochschule muss von der nationalen Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung akkreditiert sein.
Laut der Datenbank von Study in Serbia studieren mehr als 245.000 Menschen:
Die älteste und größte ist die Universität Belgrad (Univerzitet u Beogradu) – 31 Fakultäten und rund 90.000 Studierende. Große öffentliche Universitäten gibt es auch in Novi Sad, Niš und Kragujevac.
Serbien folgt dem Bologna-System mit ECTS-Punkten. Zur Wahl stehen:
Jede Stufe kann ein wissenschaftliches Profil (Universitäten) oder ein angewandtes Profil (angewandte Studien) haben.
Das Studienjahr beginnt im September oder Oktober und dauert bis Juni. Meist gibt es sechs Prüfungszeiträume: im Januar und Februar, im Juni und Anfang Juli sowie Ende Juli und im August. Hast du bis zum Prüfungszeitraum im Juli alles bestanden, hast du den Sommer frei.
Ein zentrales System gibt es nicht – du bewirbst dich direkt an der Fakultät oder Hochschule. Schreib zuerst dem International Office, denn Fristen und Voraussetzungen unterscheiden sich von Fakultät zu Fakultät.
Fristen: Die Bewerbung für Bachelorstudiengänge beginnt im Juni, für Master- und Promotionsstudiengänge im September oder Oktober. Brauchst du ein Visum für Serbien, fang früh an: Das Visum für einen längeren Aufenthalt kannst du erst beantragen, wenn du angenommen wurdest (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Für ein Bachelorstudium brauchst du den Abschluss einer vierjährigen Sekundarschule und eine bestandene Aufnahmeprüfung. Meist reichst du ein:
Dein Schulabschlusszeugnis muss anerkannt werden – vom serbischen ENIC/NARIC-Zentrum beim Bildungsministerium. Das dauert meist bis zu 60 Tage ab Einreichung der vollständigen Unterlagen, fang also früh an.
Für ein Masterstudium brauchst du einen Bachelorabschluss: 240 ECTS für einen einjährigen Master, 180 ECTS für einen zweijährigen. Einen ausländischen Abschluss erkennt die Hochschule selbst an. Nach der Zusage schreibst du dich offiziell ein und zahlst die Studiengebühr.
Für Bachelorstudiengänge legt jede Bewerberin und jeder Bewerber eine Aufnahmeprüfung ab, auch aus dem Ausland. Wie sie aussieht, hängt vom Studiengang ab – frag bei deiner Wunschfakultät nach.
Die Prüfungen finden im Sommer statt: Die erste Runde ist im Juni oder Anfang Juli, die zweite Anfang September, aber nur, wenn noch Plätze frei sind. Bewerberinnen und Bewerber für Master- und Promotionsstudiengänge legen im September oder Oktober Prüfungen ab, wenn die Fakultät das verlangt.
Die wichtigste Unterrichtssprache ist Serbisch. Willst du auf Serbisch studieren, musst du deine Sprachkenntnisse nachweisen – welches Niveau und welches Dokument akzeptiert werden, sagt dir die Fakultät. Serbisch wird in zwei Alphabeten geschrieben – kyrillisch und lateinisch.
Serbisch lernen kannst du unter anderem:
Die meisten bieten auch Onlinekurse an.
Es gibt mehr als 170 Studiengänge auf Englisch, auf allen Stufen. Die Hochschulen können ein Zertifikat wie IELTS oder TOEFL verlangen. Die Studiengänge findest du in der Datenbank von Study in Serbia.
Serbien ist nicht in der EU. Bürgerinnen und Bürger der EU und Staatsangehörige vieler anderer, vor allem europäischer Länder reisen ohne Visum für 90 Tage innerhalb von 6 Monaten ein, gerechnet ab der ersten Einreise; EU-Bürger können dafür Reisepass oder Personalausweis nutzen.
Brauchst du wegen deiner Staatsangehörigkeit ein Visum für Serbien, brauchst du zuerst einen Studienplatz. Danach beantragst du bei der nächsten serbischen Botschaft oder dem Konsulat ein Visum D (Visum für einen längeren Aufenthalt). Die Entscheidung fällt meist innerhalb von 15 Tagen, in begründeten Fällen spätestens nach 30 Tagen. Den Antrag auf befristeten Aufenthalt musst du stellen, solange dein Visum noch gilt.
Hinweis: Laut serbischem Innenministerium ist ein Visum D für den Antrag auf befristeten Aufenthalt zu Studienzwecken Pflicht, laut Study in Serbia kommen Staatsangehörige visumfreier Länder dagegen ohne Visum – kläre das vor der Reise mit der serbischen Botschaft und deiner Hochschule.
Anmeldung innerhalb von 24 Stunden: Alle Ausländerinnen und Ausländer müssen sich bei der nächsten Polizeistation melden. Im Hotel oder Studierendenwohnheim erledigt das die Rezeption. Wohnst du privat, gehst du zusammen mit deiner Vermieterin oder deinem Vermieter zur Polizei.
Für das Studium brauchen alle ausländischen Studierenden – auch EU-Bürger – eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Den Antrag stellst du bei der Ausländerdirektion der Polizeidirektion Belgrad, bei einer regionalen Polizeidirektion oder online auf dem Portal welcometoserbia.gov.rs. Du brauchst unter anderem:
Die Erlaubnis verlängerst du jedes Jahr – frühestens 3 Monate vor Ablauf. Serbien ist nicht in der EU, deshalb wird deine EHIC nur akzeptiert, wenn dein Land ein Sozialversicherungsabkommen mit Serbien hat (die Liste der akzeptierten Dokumente nennt das serbische Innenministerium) – sonst schließ eine private Versicherung für deinen ganzen Aufenthalt ab.
Serbien ist nicht in der EU, deshalb zahlen alle internationalen Studierenden – auch EU-Bürger – Studiengebühren für Ausländer. Jede Hochschule oder sogar jede Fakultät legt sie selbst fest. Laut Study in Serbia liegen sie meist bei 750 bis 20.000 € im Jahr, im Schnitt bei rund 2.500 €. Study in Europe weist darauf hin, dass Studiengänge auf Serbisch an öffentlichen Hochschulen staatlich finanziert sein können – frag bei deiner Fakultät, ob das auch für Ausländer gilt.
Beispiel: Fakultät für Elektrotechnik der Universität Belgrad (ETF), 2025/26:
Für Bücher und Lernmaterial kommen meist noch 100–250 € im Jahr dazu.
Das Leben in Serbien ist günstiger als in den meisten EU-Ländern, aber die Mieten in Belgrad können dich überraschen. Laut Study in Serbia gibst du im Monat aus:
Unterkunft: Ein WG-Zimmer in einer kleineren Stadt kostet ab etwa 150 €, ohne Nebenkosten. In Belgrad beginnen die Mieten außerhalb des Zentrums bei 300 €, ein Studio im Zentrum kann bis zu 1.200 € kosten. Nebenkosten zahlst du meist extra.
Studierendenwohnheime werden von den Studierendenzentren (studentski centar) betrieben, unter anderem in Belgrad, Novi Sad, Niš, Kragujevac und Subotica. Die Nachfrage ist groß, die Plätze werden in einem Bewerbungsverfahren vergeben.
Essen und Verkehr: Ein Essen in der Mensa kostet 1–2,60 €, und für Lebensmittel reichen etwa 100–200 € im Monat. Eine Monatskarte für Studierende im öffentlichen Verkehr kostet rund 10 € oder weniger.
Die Währung ist der Serbische Dinar (RSD).
Stipendien für ein ganzes Studium gibt es für internationale Studierende kaum. Am einfachsten kommst du im Rahmen eines Austauschs nach Serbien:
Study in Europe nennt außerdem Stipendien der serbischen Regierung und Stipendien der Hochschulen selbst. Die Bedingungen erfährst du im International Office deiner Wunschhochschule.
Um in Serbien legal zu arbeiten, brauchst du zwei Dokumente: eine befristete (oder unbefristete) Aufenthaltserlaubnis und eine Arbeitserlaubnis. Die Arbeitserlaubnis stellt der Nationale Arbeitsdienst aus (Nacionalna služba za zapošljavanje). Serbien ist nicht in der EU, deshalb gilt das auch für EU-Bürger.
Die Arbeitserlaubnis wird für 3–12 Monate erteilt, auf die Entscheidung wartest du im Schnitt zwei Tage. Verlängert wird sie genauso, wie du sie zum ersten Mal beantragt hast.
Ohne Serbisch ist ein Nebenjob schwer zu finden. Forschende und Promovierende finden Informationen bei EURAXESS Serbia.
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.