Dänemark

⇑Eckdaten

Land: Dänemark
Einwohner (Mio.): 6,0 (2025)
Fläche (km2): 43094
Amtssprache: Dänisch
Währung: Dänische Krone (DKK)
Telefonvorwahl: +45
Internetnutzer (Mio.): 4,4 (2025)
Anzahl der Studierenden: 290.902 (2024)
Studierende in % der Bevölkerung von 20-24 Jahren: 34,8 (2024)
Frauenanteil unter Studierenden (%): 57,8 (2024)
Studierende - Bachelor: 181.704 (2024)
Studierende - Master: 67.843 (2024)
Studierende - Promotion: 10.162 (2024)
Studiengebühren - Bachelor (EUR pro Jahr): für EU/EWR-Bürger und Schweizer kostenlos; außerhalb der EU meist 6.000–16.000 € pro Jahr (2026)
Studiengebühren - Master (EUR pro Jahr): für EU/EWR-Bürger und Schweizer kostenlos; außerhalb der EU meist 6.000–16.000 € pro Jahr (2026)

Für Studierende aus der EU/dem EWR und der Schweiz ist das Studium in Dänemark kostenlos – auch in mehr als 500 Studiengängen komplett auf Englisch. Kommst du von außerhalb der EU/des EWR, zahlst du meist 6.000–16.000 € im Jahr. Für den Bachelor bewirbst du dich zentral über optagelse.dk und wählst bis zu 8 Studiengänge. Hier erfährst du, wie die Quoten laufen, was ein Monat kostet (meist 1.000–1.700 €) und wie viel du nebenbei arbeiten darfst.

⇑Hochschulen

Junge Leute fahren mit dem Fahrrad durch eine Straße in Kopenhagen

In Dänemark kannst du zwischen fünf Arten von Hochschulen wählen:

  • Universitäten (universiteter) – allgemein oder spezialisiert, forschungsbasiert, mit Studiengängen auf allen Stufen bis zur Promotion,
  • University Colleges (professionshøjskoler) – berufsorientierte Bachelorstudiengänge, z. B. für künftige Lehrkräfte, Pflegekräfte und Ingenieurinnen und Ingenieure,
  • Business Academies (erhvervsakademier) – kürzere, praxisnahe Studiengänge und anwendungsorientierte Abschlüsse,
  • maritime Hochschulen – Ausbildung für die Schifffahrt,
  • Kunsthochschulen – Kunst, Architektur, Design und Musik.

Auf Englisch gibt es viel Auswahl: Laut dem Portal der Europäischen Kommission laufen mehr als 500 Studiengänge komplett auf Englisch.

Hochschulen in Dänemark – Profile

⇑Studiensystem

Das dänische System folgt dem Bologna-Modell:

  • Bachelor an einer Universität – 180 ECTS, also 3 Jahre,
  • Professionsbachelor (professionsbachelor) – 180, 210 oder 240 ECTS, also 3–4 Jahre,
  • Studiengänge der Business Academies (erhvervsakademiuddannelser) – kürzere, praxisnahe Abschlüsse,
  • Master (kandidat) – 120 ECTS, also 2 Jahre,
  • Promotion – 3 Jahre.

Das Studienjahr beginnt im August oder September.

Dänemark – Bachelorstudiengänge
Dänemark – einstufige Studiengänge
Dänemark – Masterstudiengänge
Dänemark – Promotionsstudiengänge

⇑Zulassung

Für Bachelorstudiengänge bewirbst du dich zentral über optagelse.dk, danach prüft jede Hochschule die Bewerbungen selbst. Du kannst dich für bis zu 8 Studiengänge gleichzeitig bewerben. Nach dem Absenden druckst du für jeden Studiengang die Unterschriftenseite aus, unterschreibst sie und schickst sie an die Hochschule.

Die Plätze werden in zwei Quoten vergeben:

  • kvote 1 – entscheidend ist dein Notendurchschnitt aus der Schule,
  • kvote 2 – entscheidend sind Kriterien, die die Hochschule festlegt und veröffentlicht (z. B. ein Test oder ein Gespräch).

Fristen (Beispiel: Universität Kopenhagen, Zulassung 2026): Das Portal öffnet am 1. Februar. Mit einem Schulabschluss von außerhalb Dänemarks bewirbst du dich bis 15. März, 12:00 Uhr – egal ob in kvote 1 oder kvote 2. Lassen sich deine Noten auf die dänische Skala umrechnen, wirst du in beiden Quoten berücksichtigt. Die Frist 5. Juli, 12:00 Uhr gilt für Bewerberinnen und Bewerber mit dänischem Schulabschluss in kvote 1; für dich ist sie nur der letzte Termin, um fehlende Unterlagen nachzureichen, z. B. von Ergänzungskursen. Die Zusagen kommen am 28. Juli, bestätigen musst du deinen Platz bis 2. August.

Für ein Masterstudium bewirbst du dich direkt an der Universität – jede legt ihre eigenen Fristen fest.

Kommst du von außerhalb der EU/des EWR und der Schweiz, denk daran: Nach der Zulassung brauchst du noch eine Aufenthaltserlaubnis, und die Bearbeitung dauert meist etwa zwei Monate – bewirb dich also früh und antworte schnell auf dein Angebot (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).

⇑Aufnahmeprüfungen

Eine landesweite Aufnahmeprüfung gibt es nicht. In kvote 1 zählen nur deine Noten, in kvote 2 kann die Hochschule einen eigenen Test oder ein Gespräch ansetzen. Kunsthochschulen führen Eignungsprüfungen durch.

Viele Studiengänge haben fachliche Voraussetzungen – bestimmte Schulfächer auf einem bestimmten Niveau (im dänischen System A, B oder C). Ob die Fächer auf deinem Schulabschlusszeugnis passen, erfährst du am besten direkt bei der Hochschule, an der du dich bewirbst.

⇑Sprache

Für alle Studiengänge brauchst du gutes Englisch. Standard ist das dänische Niveau „English B“:

  • IELTS – mindestens 6,5,
  • TOEFL – 79–93 Punkte im internetbasierten Test,
  • oder das Cambridge-Zertifikat CAE.

Manche Studiengänge verlangen das höhere Niveau „English A“: IELTS mindestens 7,0, TOEFL iBT 94–101 Punkte oder Cambridge CPE.

Für Studiengänge auf Dänisch musst du meist die Prüfung Dänisch als Zweitsprache (Studieprøven i dansk som andetsprog) bestehen. Internationale Studierende können kostenlos Dänisch lernen – du könntest also mit einem Bachelor auf Englisch anfangen und später in einen Master auf Dänisch wechseln.

⇑Aufenthalt und Formalitäten

Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen kein Visum. Bleibst du länger als 3 Monate, musst du zwei Dinge erledigen:

  • EU-Aufenthaltsdokument – du reichst das Formular OD1A online bei der dänischen Agentur für internationale Rekrutierung und Integration (SIRI) ein und gehst dann innerhalb von 30 Tagen persönlich zu einer ihrer Dienststellen. Du musst zu einem Studium in Dänemark zugelassen sein und genug Geld für deinen Lebensunterhalt haben. Eine Gebühr fällt nicht an,
  • CPR-Nummer – deine dänische Personenkennziffer. Du bekommst sie bei der Gemeinde, in der du wohnst, gegen Vorlage deines EU-Aufenthaltsdokuments und deines Ausweises. Dafür brauchst du schon eine Adresse in Dänemark, und einen Umzug meldest du der Gemeinde innerhalb von 5 Tagen.

Ohne CPR-Nummer ist in Dänemark fast alles schwierig – schieb das also nicht auf. Praktische Infos für Neuankömmlinge findest du auf lifeindenmark.dk.

Studierende von außerhalb der EU/des EWR und der Schweiz brauchen von SIRI eine Aufenthaltserlaubnis für ein Hochschulstudium. Du legst eine Case Order ID an, zahlst die Gebühr (DKK 3.060 im Jahr 2026) und reichst das Formular ST1 ein – Teil 1 füllt deine Hochschule aus, Teil 2 du selbst. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Online-Antrag musst du deine biometrischen Daten (Foto und Fingerabdrücke) bei einer dänischen Auslandsvertretung oder einer SIRI-Dienststelle erfassen lassen. Die Bearbeitung dauert in der Regel 2 Monate. Du musst nachweisen, dass du deinen Lebensunterhalt finanzieren kannst: DKK 7.426 im Monat (2026), bei einem Studium von mehr als einem Jahr höchstens DKK 89.112 – zum Beispiel mit einem aktuellen Kontoauszug auf deinen Namen oder mit Stipendienunterlagen. Laut SIRI zählen auch schon bezahlte Studiengebühren für das erste Semester als Finanzierungsnachweis. Hast du die Erlaubnis und eine Adresse, bekommst du die CPR-Nummer wie oben beschrieben.

Krankenversicherung: Kommst du aus der EU/dem EWR oder der Schweiz, bring für den Anfang deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Sobald du mit CPR-Nummer gemeldet bist, bekommst du die gelbe dänische Gesundheitskarte und damit Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung – für Studierende von außerhalb der EU/des EWR gilt sie ab der Anmeldung.

⇑Studiengebühren

Für Studierende aus der EU/dem EWR und der Schweiz ist das Studium in Dänemark kostenlos – auch in englischsprachigen Studiengängen. Auch Austauschstudierende zahlen nichts.

Studierende von außerhalb der EU/des EWR zahlen für einen Bachelor- oder Masterstudiengang meist 6.000–16.000 € im Jahr (DKK 45.000–120.000). Den genauen Betrag nennt dir die Hochschule.

⇑Wohnen und Lebenshaltungskosten

Dänemark ist kein billiges Land. Laut Study in Europe geben Studierende meist 1.000–1.700 € im Monat aus – je nach Stadt und Lebensstil. Study in Denmark schlüsselt ein Monatsbudget so auf:

  • Unterkunft – DKK 3.000–6.500, meist inklusive Nebenkosten,
  • Essen – DKK 2.000–3.500,
  • Bücher und Material – DKK 400–650,
  • Verkehr – DKK 300, Handy – DKK 250, Versicherung – etwa DKK 300,
  • Sonstiges – etwa DKK 2.000.

Als Faustregel: 1 € sind etwa DKK 7,5.

Such schon einige Monate vor der Ankunft nach einer Unterkunft. In den großen Städten ist im August und September kaum ein Zimmer zu finden, und Study in Denmark rät davon ab, ohne feste Unterkunft anzureisen. Melde dich gleich nach der Zulassung bei deiner Hochschule – sie hilft dir, einen Platz im Studierendenwohnheim (kollegium) zu bekommen, oder zeigt dir Möglichkeiten vor Ort.

⇑Stipendien

Danish Government Scholarships gibt es nur für Studierende von außerhalb der EU/des EWR und der Schweiz – frag an der Hochschule, an der du dich bewirbst, ob sie welche vergibt. Für Studierende aus der EU/dem EWR gibt es andere Möglichkeiten:

  • Erasmus+ – ein Semester oder Jahr in Dänemark im Rahmen eines Austauschs mit deiner Heimathochschule,
  • Nordplus – wenn du an einer Hochschule in einem nordischen oder baltischen Land studierst und für einen Aufenthalt in ein anderes dieser Länder gehen möchtest,
  • SU – die dänische staatliche Ausbildungsförderung. EU-Bürgerinnen und -Bürger können die Gleichstellung mit dänischen Studierenden beantragen, meist über Arbeit: Du musst mindestens 10 Wochen ohne Unterbrechung mindestens 10–12 Stunden pro Woche arbeiten und so lange weiterarbeiten, wie du SU bekommst. Die Arbeit muss echt sein, nicht nur symbolisch.

Die SU-Bedingungen und den Antrag auf Gleichstellung findest du auf su.dk.

⇑Arbeiten neben dem Studium

Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz dürfen in Dänemark ohne Genehmigung arbeiten – ohne Stundenbegrenzung.

Studierende von außerhalb der EU/des EWR in einem staatlich anerkannten Studiengang dürfen von September bis Mai 90 Stunden im Monat und im Juni, Juli und August Vollzeit arbeiten; das Recht zu arbeiten ist mit der Aufenthaltserlaubnis verbunden. Bewirbst du dich für einen Studiengang, der nicht staatlich anerkannt ist, bekommst du kein Recht zu arbeiten (für Anträge ab dem 2. Mai 2025). Wer mehr arbeitet als erlaubt, arbeitet illegal.

Fang beim Career Service deiner Hochschule an. Tipps zur Suche nach einem Studentenjob, zur Bewerbung und zum Vorstellungsgespräch findest du auf workindenmark.dk. Dänisch zu lernen lohnt sich – es verbessert deine Jobchancen während und nach dem Studium deutlich. Für EU-Studierende kann genug Arbeit außerdem den Weg zur SU-Förderung öffnen.

Dänemark – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?

⇑Nützliche Links


Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.

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