Deutschland

⇑Eckdaten

Einwohner (Mio.): 83,6 (2025)
Fläche (km2): 357022
Amtssprache: Deutsch
Währung: Euro (seit 1. Januar 1999)
Telefonvorwahl: +49
Internetnutzer (Mio.): 58,6 (2025)
Anzahl der Studierenden: 3.272.087 (2024)
Studierende in % der Bevölkerung von 20-24 Jahren: 32,5 (2024)
Frauenanteil unter Studierenden (%): 50,6 (2024)
Studierende - Bachelor: 1.932.838 (2024)
Studierende - Master: 1.123.568 (2024)
Studierende - Promotion: 204.945 (2024)
Studiengebühren - Bachelor (EUR pro Jahr): an den meisten öffentlichen Hochschulen keine Studiengebühren, nur ein Semesterbeitrag, z. B. 189,80 € pro Semester in Heidelberg; außerhalb der EU: 1.500 € pro Semester in Baden-Württemberg (2026)
Studiengebühren - Master (EUR pro Jahr): an öffentlichen Hochschulen meist keine Studiengebühren, nur ein Semesterbeitrag; manche Studiengänge kosten Gebühren, und Studierende von außerhalb der EU zahlen in Baden-Württemberg und an der TU München (2026)

Die meisten öffentlichen Hochschulen verlangen für den Bachelor keine Studiengebühren, nur einen Semesterbeitrag (z. B. 189,80 € in Heidelberg); von außerhalb der EU zahlst du in Baden-Württemberg (1.500 € pro Semester) und an der TU München. Im Wintersemester 2025/26 boten 422 Hochschulen 22.426 Studiengänge an, 2.383 davon auf Englisch. Lies, wie du dich bewirbst, was ein Wohnheimzimmer kostet (im Schnitt 318 € im Monat) und wie viel du jobben darfst.

⇑Hochschulen

Menschen entspannen auf der Wiese am Wasser im Englischen Garten in München

Deutschland bietet eine riesige Auswahl. Laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) boten im Wintersemester 2025/26 422 Hochschulen insgesamt 22.426 Studiengänge an. Die wichtigsten Hochschularten sind:

  • Universitäten, darunter die Technischen Universitäten – wissenschaftliche, stark forschungsorientierte Studiengänge,
  • Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW, früher Fachhochschulen) – Studiengänge mit starkem Praxisbezug,
  • Kunst- und Musikhochschulen – zugelassen wirst du hier über eine Eignungsprüfung.

Alle Studiengänge und alle Hochschulen findest du in der Suchmaschine Hochschulkompass der HRK.

Hochschulen in Deutschland – Profile

⇑Studiensystem

Das Studium ist in drei Stufen aufgebaut:

  • Bachelor – meist 3–4 Jahre,
  • Master – meist 1–2 Jahre, nach dem Bachelor,
  • Promotion (Doktorat) – meist 3–5 Jahre.

Manche Studiengänge enden nicht mit einem Bachelor, sondern mit dem Staatsexamen – so studiert man unter anderem Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Jura. Das dauert meist 4–6 Jahre. Einige Universitäten bieten außerdem noch die alten einstufigen Studiengänge mit Abschluss Diplom oder Magister Artium an (4–6 Jahre).

Das Studienjahr ist in ein Wintersemester und ein Sommersemester aufgeteilt.

Deutschland – Bachelorstudiengänge
Deutschland – einstufige Studiengänge
Deutschland – Masterstudiengänge
Deutschland – Promotionsstudiengänge

⇑Zulassung

Ein einheitliches Zulassungssystem gibt es in Deutschland nicht. Je nach Studiengang und Hochschule bewirbst du dich auf einem von drei Wegen:

  • direkt bei der Hochschule – über ihr Online-Bewerbungsportal,
  • über uni-assist – eine Servicestelle, die ausländische Zeugnisse für mehr als 180 Mitgliedshochschulen prüft. Du zahlst 75 € für den ersten Studienwunsch pro Semester und 30 € für jeden weiteren (manche Hochschulen übernehmen die Gebühr für ihre Bewerberinnen und Bewerber). Die Prüfung dauert meist 4–6 Wochen,
  • über hochschulstart.de – das Zentrale Verfahren für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR bewerben sich genau wie deutsche Bewerberinnen und Bewerber. Kommst du von außerhalb der EU/des EWR und hast kein deutsches Abitur, bewirbst du dich meist direkt bei der Hochschule – auf eine begrenzte Zahl von Plätzen, die für internationale Bewerberinnen und Bewerber reserviert sind.

Fristen: oft der 15. Juli für das Wintersemester und der 15. Januar für das Sommersemester – aber jede Hochschule kann eigene Fristen festlegen. Bei hochschulstart endete die Frist für das Wintersemester 2026/27 am 31. Mai 2026, wenn du dein Schulabschlusszeugnis vor dem 16. Januar 2026 bekommen hast (Altabiturienten), und am 15. Juli 2026, wenn du es später bekommen hast (Neuabiturienten).

Kommst du von außerhalb der EU/des EWR, bewirb dich so früh wie möglich: Den Zulassungsbescheid brauchst du für den Antrag auf ein Visum zu Studienzwecken, und Termin und Entscheidung brauchen Zeit (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).

Ob dein Schulabschluss dir den Zugang zu deinem Wunschstudiengang eröffnet und welche Dokumente du brauchst (Übersetzungen, beglaubigte Kopien), erfährst du beim Studierendensekretariat bzw. International Office der Hochschule oder bei uni-assist.

⇑Aufnahmeprüfungen

Für die meisten Studiengänge gibt es keine Aufnahmeprüfung. Bei Studiengängen mit begrenzter Platzzahl (Numerus clausus) zählt vor allem die Durchschnittsnote deines Schulabschlusszeugnisses, und die Hochschule kann eigene Kriterien hinzunehmen, etwa Tests oder ein Auswahlgespräch.

In Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie werden die Plätze über hochschulstart vergeben – neben deinen Noten zählen auch Kriterien, die die Hochschulen festlegen. An Kunst- und Musikhochschulen legst du eine Eignungsprüfung ab.

⇑Sprache

Die meisten Studiengänge laufen auf Deutsch. Die Hochschulen verlangen in der Regel ein Niveau, das der Prüfung DSH-2 entspricht. Die Universität Bonn zum Beispiel erkennt als gleichwertig an:

  • TestDaF mit TDN 4 in allen vier Teilen,
  • das Goethe-Zertifikat C2 und telc Deutsch C1 Hochschule,
  • das Deutsche Sprachdiplom (DSD II) und das österreichische ÖSD C2.

Die DSH legst du an einer Hochschule in Deutschland ab, den TestDaF dagegen an mehr als 500 Testzentren in 100 Ländern, auch in einer digitalen Version. Läuft dein Studiengang komplett auf Englisch, musst du meist keine Deutschkenntnisse nachweisen.

Im Wintersemester 2025/26 gab es 2.383 englischsprachige Studiengänge (10,6 % aller Studiengänge), die meisten davon im Master: 1.944 gegenüber 439 im Bachelor. Dafür brauchst du meist IELTS oder TOEFL. Suchen kannst du sie in der Datenbank DAAD International Programmes.

Deutsche Hochschulen mit englischsprachigen Studiengängen

⇑Aufenthalt und Formalitäten

Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen kein Visum und keinen Aufenthaltstitel. Anmelden musst du dich aber: Sobald du ein Zimmer oder eine Wohnung gefunden hast, gehst du innerhalb von zwei Wochen zur Meldebehörde (Bürgeramt, Einwohnermeldeamt). Du bekommst eine Meldebestätigung, die zeigt, dass du in Deutschland wohnen darfst. Manchmal verlangt das Amt auch einen Nachweis über Krankenversicherung und ausreichende Mittel.

Studierende von außerhalb der EU/des EWR brauchen in der Regel ein Visum zu Studienzwecken, das du vor der Reise bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Heimatland beantragst – in vielen Ländern online über das Auslandsportal des Auswärtigen Amts. Wartest du noch auf deine Zulassung, kannst du stattdessen ein Visum zur Studienbewerbung beantragen. Staatsangehörige mancher Länder, z. B. Australiens, Japans, Kanadas, Südkoreas, des Vereinigten Königreichs und der USA, dürfen ohne Visum einreisen und den Aufenthaltstitel in Deutschland beantragen. Nach der Ankunft meldest du dich wie alle anderen an und bekommst dann bei der Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis zum Studium (§ 16b Aufenthaltsgesetz). Die wichtigsten Unterlagen sind der Zulassungsbescheid, der Nachweis deiner Sprachkenntnisse, die Krankenversicherung und der Finanzierungsnachweis – meist ein Sperrkonto mit 11.904 € für ein Jahr, also 992 € im Monat (2026). Auch ein Stipendium oder eine Verpflichtungserklärung einer Person in Deutschland kann anerkannt werden. Hinweis: Make it in Germany und das Auswärtige Amt nennen für 2026 11.904 € pro Jahr (992 € im Monat), der Betrag ist aber an den BAföG-Satz gekoppelt: Eine BAföG-Reform, die das Bundeskabinett im August 2026 beschlossen hat, kann ihn erhöhen, wenn sie Gesetz wird – prüf den aktuellen Betrag bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat, bevor du das Konto eröffnest.

Die Krankenversicherung ist für Studierende in Deutschland Pflicht – den Nachweis brauchst du für die Einschreibung und, wenn du von außerhalb der EU/des EWR kommst, für die Aufenthaltserlaubnis. Bist du in einem anderen EU/EWR-Land gesetzlich versichert, frag deine Krankenkasse, ob der Schutz in Deutschland gilt; Grundlage dafür ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Wenn nicht, versicherst du dich bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Bis 30 zahlst du einen günstigeren Studierendentarif.

⇑Studiengebühren

Die meisten öffentlichen Hochschulen verlangen keine Studiengebühren – weder im Bachelor noch in vielen Masterstudiengängen. Alle Studierenden zahlen aber einen Semesterbeitrag – laut DAAD je nach Hochschule zwischen 100 und 350 €. An der Universität Heidelberg sind es zum Beispiel 189,80 € pro Semester (80 € Verwaltungskostenbeitrag, 95 € für das Studierendenwerk, 10 € für die Studierendenschaft und kleine Beträge für Leihfahrräder und Theater).

Ausnahmen:

  • Baden-Württemberg verlangt von Studierenden von außerhalb der EU/des EWR 1.500 € pro Semester und für ein Zweitstudium 650 € pro Semester – das gilt auch für Studierende aus der EU,
  • die TU München verlangt seit dem Wintersemester 2024/25 von Studierenden von außerhalb der EU/des EWR 2.000 oder 3.000 € pro Semester im Bachelor und 4.000 oder 6.000 € im Master,
  • manche Masterstudiengänge (vor allem weiterbildende, nicht konsekutive) und Online-Studiengänge kosten deutlich mehr, teils über 10.000 € pro Semester.

Kommst du von außerhalb der EU/des EWR, prüf die Gebühren an deiner Wunschhochschule genau – sie hängen vom Bundesland und von der Hochschule ab.

⇑Wohnen und Lebenshaltungskosten

Laut dem Portal Study in Europe gibt eine Studentin oder ein Student in Deutschland im Schnitt 1.150 € im Monat zum Leben aus. Der größte Posten ist die Miete, und die Preise unterscheiden sich stark zwischen den Städten – München, Frankfurt und Hamburg sind viel teurer als kleinere Städte.

Am günstigsten ist ein Wohnheim des Studierendenwerks: rund 197.000 Plätze in mehr als 1.700 Wohnheimen, im Schnitt 318 € im Monat inklusive Nebenkosten. Die Plätze reichen aber nicht für alle – bewirb dich also, sobald du weißt, wo du studierst. Andere Möglichkeiten sind ein Zimmer in einer WG oder eine private Mietwohnung.

Die Studierendenwerke betreiben auch die Mensen und bieten Beratung und Unterstützung für Studierende. Deins findest du auf studierendenwerke.de.

⇑Stipendien

Stipendien gibt es ziemlich viele, die Konkurrenz ist aber groß:

  • DAAD-Stipendiendatenbank – du kannst nach Herkunftsland, Studienstufe und Fach filtern. Die Auswahl für DAAD-Programme ist sehr anspruchsvoll,
  • Deutschlandstipendium – 300 € im Monat (die Hälfte zahlt der Staat, die Hälfte private Förderer), unabhängig von Einkommen und Staatsangehörigkeit. Bewerben können sich Studierende aller Nationalitäten, und zwar direkt an der eigenen Hochschule,
  • Erasmus+ – ein Semester oder ein Jahr in Deutschland im Rahmen eines Austauschs mit deiner Heimathochschule,
  • Erasmus Mundus – gemeinsame Masterprogramme mehrerer Hochschulen, mit der Chance auf ein Stipendium für das ganze Programm.

Auch Stiftungen und Hochschulen haben eigene Stipendien – frag im International Office nach.

⇑Arbeiten neben dem Studium

Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in Deutschland ohne Genehmigung arbeiten. Achte aber auf die Grenze: Arbeitest du im Semester mehr als 20 Stunden pro Woche, zahlst du Sozialversicherungsbeiträge wie eine normale Arbeitnehmerin oder ein normaler Arbeitnehmer.

Studierende von außerhalb der EU/des EWR dürfen ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit 140 ganze oder 280 halbe Tage im Jahr arbeiten oder bis zu 20 Stunden pro Woche in der Vorlesungszeit. Jobs als studentische Hilfskraft an der Hochschule zählen nicht zu dieser Grenze. Für eine selbstständige Tätigkeit brauchst du die Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Jobs für Studierende findest du beim Career Service deiner Hochschule und beim Studierendenwerk. Stellen für Forschende gibt es bei EURAXESS.

Deutschland – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?

⇑Nützliche Links


Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.

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