Öffentliche Universitäten ohne Studiengebühren für Studierende aus der EU/dem EWR, meist 751,92 € pro Semester für alle anderen – und rund 30 % der Studierenden kommen aus dem Ausland. Österreich hat 23 öffentliche Universitäten und 21 Fachhochschulen mit rund 80 Studiengängen komplett auf Englisch. Hier erfährst du, wie die Zulassung läuft, was ein Studienmonat kostet (im Schnitt rund 1.300 €) und ob du neben dem Studium arbeiten darfst.

In Österreich gibt es vier Arten von Hochschulen. Laut OeAD, der Agentur hinter dem offiziellen Portal Study in Austria, sind das derzeit:
Du wirst nicht die oder der einzige aus dem Ausland sein: Internationale Studierende machen rund 30 % aller Studierenden in Österreich aus.
Hochschulen in Österreich – Profile
Öffentliche Universitäten in Österreich
Privatuniversitäten in Österreich
Fachhochschulen (FH) in Österreich
Pädagogische Hochschulen in Österreich
Österreich folgt dem dreistufigen Bologna-System:
Daneben gibt es Diplomstudien – lange, einstufige Studiengänge mit 4–6 Jahren, die mit dem Titel Magister/Magistra oder Diplom-Ingenieur/in abschließen. So studiert man zum Beispiel Rechtswissenschaften. Auch Humanmedizin ist ein Diplomstudium, endet aber mit dem Titel Dr. med. univ.
Das Studienjahr beginnt am 1. Oktober. Das Wintersemester dauert bis Ende Januar, das Sommersemester beginnt am 1. März.
Österreich – Bachelorstudiengänge
Österreich – einstufige Studiengänge (Diplomstudien)
Österreich – Masterstudiengänge
Österreich – Doktoratsstudien
Ein zentrales Zulassungssystem gibt es nicht – du bewirbst dich direkt an der Hochschule deiner Wahl, meist über ihr Online-Formular.
Fristen an öffentlichen Universitäten: 5. September für das Wintersemester und 5. Februar für das Sommersemester. Der OeAD rät, nicht bis zum letzten Moment zu warten, weil die Prüfung ausländischer Dokumente Zeit braucht. Studiengänge mit Aufnahmeverfahren, Kunstuniversitäten, FHs und Privatuniversitäten setzen eigene, meist deutlich frühere Fristen – die Anmeldung zu Aufnahmetests kann schon ein halbes Jahr vor Semesterbeginn enden. Kommst du von außerhalb der EU, bewirb dich auf jeden Fall früh: Den Zulassungsbescheid brauchst du für den Antrag auf den Aufenthaltstitel (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Für ein Bachelorstudium brauchst du in der Regel:
Dokumente, die außerhalb Österreichs ausgestellt wurden, reichst du im Original und beglaubigt ein; sind sie nicht auf Deutsch oder Englisch, kommt eine beglaubigte Übersetzung dazu. Manche Zeugnisse werden nur zusammen mit Ergänzungsprüfungen anerkannt. Was genau akzeptiert wird, sagt dir die Studienzulassung deiner Hochschule.
Für ein Masterstudium brauchst du einen fachlich verwandten Bachelorabschluss mit mindestens 180 ECTS.
Für die meisten Studiengänge reicht es, die formalen Voraussetzungen zu erfüllen. Bei stark nachgefragten Fächern – darunter Medizin, Zahnmedizin, Psychologie, Architektur, Biologie, Informatik und Wirtschaftswissenschaften – dürfen die Universitäten die Zahl der Plätze begrenzen. Dann wartet vor der Zulassung ein Aufnahmetest auf dich oder in den ersten beiden Semestern eine Auswahlphase.
An FHs durchläuft jede Bewerberin und jeder Bewerber ein Aufnahmeverfahren: meist Dokumentenprüfung, ein schriftlicher oder mündlicher Test und ein Gespräch. An Kunstuniversitäten zählt statt des Schulabschlusses eine Zulassungsprüfung (künstlerische Eignung).
Die meisten Studiengänge laufen auf Deutsch. Verlangt wird meist Niveau B2, manchmal C1. Deine Deutschkenntnisse kannst du mit einem Schulzeugnis über mindestens vier Jahre Deutschunterricht oder mit einem Sprachzertifikat nachweisen – zum Beispiel mit dem österreichischen ÖSD, das du an mehr als 200 Prüfungszentren weltweit ablegen kannst.
Lässt dich eine Universität unter der Bedingung zu, dass du dein Deutsch noch verbesserst, kannst du in Österreich einen Vorstudienlehrgang besuchen – zum Einstieg brauchst du mindestens Niveau A2.
Das Angebot auf Englisch wächst, vor allem im Master. Dafür brauchst du meist IELTS oder TOEFL. Die vollständige Liste findest du in der Suchmaschine studienwahl.at – mehr als 2.500 Studiengänge an mehr als 77 Hochschulen.
Österreichische Hochschulen mit englischsprachigen Studiengängen
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz reisen mit Personalausweis oder Reisepass ein – ein Visum oder Aufenthaltstitel ist nicht nötig. Zwei Pflichten gibt es:
Studierende von außerhalb der EU/des EWR, die länger als sechs Monate bleiben, brauchen eine Aufenthaltsbewilligung Student. Die meisten stellen den Antrag vor der Einreise bei der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat im Heimatland; wer visumfrei einreisen darf, kann den Antrag in Österreich stellen. Der OeAD empfiehlt, den Antrag 3–6 Monate vor der geplanten Ankunft zu stellen. Die Bewilligung gilt 12 Monate und muss jedes Jahr verlängert werden. Du brauchst unter anderem den Zulassungsbescheid, eine Strafregisterbescheinigung, einen Nachweis über die Unterkunft, eine Krankenversicherung und einen Nachweis ausreichender Mittel für 12 Monate – 2026 722,58 € im Monat, wenn du unter 24 bist, und 1.308,39 € im Monat ab 24. Die oben beschriebene Wohnsitzmeldung gilt auch für dich.
Krankenversicherung: Bist du in einem anderen EU-Land versichert, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Studierende mit Wohnsitz in Österreich – auch aus Drittstaaten, für die die Versicherung Voraussetzung für die Aufenthaltsbewilligung ist – können sich bei der öffentlichen Gesundheitskasse ÖGK studentisch selbstversichern (78,84 € im Monat 2026) oder eine private Versicherung abschließen.
An öffentlichen Universitäten zahlen Studierende aus der EU/dem EWR keine Studiengebühren – solange sie die Regelstudienzeit plus zwei Semester nicht überschreiten. Danach beträgt der Studienbeitrag 363,36 € pro Semester. Befreiung oder Rückerstattung ist in besonderen Fällen möglich, z. B. für Austauschstudierende und manche Stipendiatinnen und Stipendiaten.
Studierende von außerhalb der EU zahlen in der Regel 751,92 € pro Semester. Wer aus bestimmten Ländern kommt, z. B. aus den am wenigsten entwickelten Ländern, kann befreit sein – frag bei deiner Hochschule nach.
Alle Studierenden zahlen außerdem 25,20 € pro Semester – den ÖH-Beitrag für die Österreichische Hochschüler_innenschaft, der eine Unfallversicherung einschließt.
Fachhochschulen (FH) dürfen Studiengebühren verlangen, Privatuniversitäten und Pädagogische Hochschulen legen ihre Gebühren selbst fest. Die Höhe findest du auf der Website deiner Hochschule.
Österreich ist kein billiges Land. Laut OeAD (auf Basis der Studierenden-Sozialerhebung 2025) gibt eine Studentin oder ein Student im Schnitt rund 1.300 € im Monat aus:
Wien, Graz und Salzburg sind teurer als kleinere Städte. Mensen, Diskont-Supermärkte und Ermäßigungen für Studierende – im öffentlichen Verkehr, in Museen, Kinos und Theatern – helfen beim Sparen.
Eine Unterkunft musst du selbst finden – Hochschulen vergeben Zimmer nicht automatisch. Zur Wahl stehen Studierendenheime, OeAD-Housing (oeadstudenthousing.at), ein Zimmer in einer WG oder eine eigene Mietwohnung. Schau auch auf home4students.at und auf die Website der Hochschüler_innenschaft ÖH.
Stipendien für ein ganzes Studium in Österreich sind selten – das sagt auch der OeAD. Förderung für einen Austausch oder einen Forschungsaufenthalt bekommst du deutlich leichter.
Manche Hochschulen haben auch eigene, begrenzte Stipendien – frag direkt im International Office nach.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR dürfen in Österreich ohne Bewilligung arbeiten, auch während des Studiums.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR mit Aufenthaltsbewilligung Student dürfen bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. Die Beschäftigungsbewilligung beantragt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber; sie wird ohne Arbeitsmarktprüfung erteilt.
Für Nebenjobs zählt Deutsch. Fang beim Career Center deiner Hochschule an. Wenn du nach dem Abschluss in Österreich bleiben möchtest, berät dich die Austrian Business Agency kostenlos. Stellen für Forschende findest du bei EURAXESS Austria.
Österreich – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.